Willkommen im Detektivbüro XY!

Wie schön, dass Ihr vorbeischaut – Lisa und Pieri, die beiden Detektivfreunde, erwarten Euch auf diesen Seiten! Hier erfahrt Ihr einiges Wissenswertes über die Arbeit des Detektivbüros XY. Lisa und Pieri geben Euch aber auch wertvolle Tipps, wie Ihr selbst zu richtigen Spürnasen werden könnt.
Damit Ihr diesen detektivischen Spürsinn auch trainieren könnt, findet Ihr hier regelmäßig Rätselaufgaben und Knobeleien. Wenn Ihr zum Beispiel oben auf die Webcam klickt, könnt Ihr schauen, ob Euren Detektiv-Augen auch nichts entgeht … Denn denkt daran, einem guten Detektiv entgeht auch nicht das kleinste Detail!

Also, viel Spaß hier im Detektivbüro XY und viel Erfolg beim Lösen kniffliger Rätselfälle!

Das Rätsel der Woche

Brief von Hemingways Schreibmaschine

Pieri hatte wieder einmal eine Freistunde und war auf dem Weg zum Detektivbüro. Er bog mit Schwung um eine Ecke und wäre um ein Haar mit dem Hausmeister zusammengeprallt. Herr Hegemann war schon seit 35 Jahren an der Schule und ein Freund und Bewunderer der Schuldetektive. In der letzten Zeit hatte Pieri jedoch kaum ein paar Worte mit dem freundlichen Mann gewechselt, weil er ständig mit Bandproben, dem Bastel-Workshop und seiner Detektivarbeit beschäftigt gewesen war. Herr Hegemann freute sich sichtlich, ihn zu sehen.
„Na, Pieri“, sagte er lächelnd. „Dich sieht man ja fast nur noch im Vorbeirennen. Wie läuft das Detektivgeschäft?“ „Viel zu gut“, entgegnete Pieri grinsend. „Wenn Sie ein wenig Zeit haben, erzähle ich Ihnen gern davon. Ich habe jetzt eine Freistunde.“ Der Hausmeister lud ihn auf eine Dose Zitsch ein. Gespannt lauschte er Pieris Bericht über die Geschehnisse der letzten Zeit. Als der Detektiv ihm von der geheimnisvollen Botschaft erzählte, mit der Lisa und er zur Bibliothek bestellt worden waren, unterbrach der Hausmeister ihn.
 
„Die Nachricht war mit einer Schreibmaschine getippt?“, wiederholte er. Pieri nickte. „Das erinnert mich daran, dass ich dich eigentlich um deinen Rat bitten wollte“, fuhr der Hausmeister fort. „Ich bin ein großer Fan von Schreibmaschinen. Früher gab es hier an der Schule noch keine Computer. Dafür aber einen ganzen Raum voller Schreibmaschinen. Der damalige Direktor erlaubte mir, sie zu benutzen. Und so habe ich mir in meiner Freizeit das Tippen beigebracht. Das war ein wenig mühsamer als heute mit dem Computer. Was einmal falsch auf dem Papier stand, konnte man nämlich nicht so leicht löschen oder rückgängig machen wie Text auf einem Bildschirm.“
 

Der Hausmeister erzählte noch einige Minuten lang davon, wie das Leben ohne Computer, Internet und Handy gewesen war. Pieri hörte fasziniert zu. Schließlich kam der Hausmeister zu seinem eigentlichen Anliegen. „Also, was ich dich fragen wollte“, setzte er an, „hat mit einer besonderen Schreibmaschine zu tun. Kennst du Ernest Hemingway?“ Pieri dachte einige Momente konzentriert nach. „Der Name kommt mir bekannt vor. Das war doch ein … Schriftsteller?“ „Genau“, nickte Herr Hegemann. „Da hat aber jemand gut in der Schule aufgepasst. Hemingway, der US-Amerikaner war, hat zum Beispiel ‚Der alte Mann und das Meer‘ geschrieben. Und sogar den Literaturnobelpreis bekommen. Das ist eine sehr bekannte Auszeichnung für Schriftsteller“, fügte er erklärend hinzu.
 
„Und was hatte Hemingway mit Schreibmaschinen zu tun?“, erkundigte sich Pieri. „Hemingway hat viele seiner Bücher auf derselben Schreibmaschine getippt“, erklärte Herr Hegemann. „Ich bin im Internet auf einen Händler gestoßen, der mir diese Schreibmaschine verkaufen würde. Sie ist zwar nicht ganz billig, aber sie würde sich wunderbar in meiner Wohnung machen.“ Jetzt hatte Pieri eine Ahnung davon, was Herr Hegemann von ihm wollte. Lisa und er hatten den Hausmeister in der Vergangenheit mehrfach davor bewahrt, auf Schwindler hereinzufallen.
 
„Sie möchten sicher wissen, ob die Schreibmaschine wirklich echt ist?“, mutmaßte er. „Genau“, bestätigte Herr Hegemann. „Der Händler hat mir ein Gutachten geschickt, das bestätigt, dass es sich bei der Schreibmaschine tatsächlich um das Original von Hemingway handelt. Vielleicht kannst du dir das Schreiben mal anschauen und mir sagen, was du davon hältst?“ Pieri war natürlich einverstanden. Der Hausmeister begann, in einem Stapel Zettel herumzuwühlen, die auf einem Tisch lagen. „Das Gutachten muss hier irgendwo sein“, murmelte er. „Ach ja, hier ist es ja. Oder nein, das ist das Begleitschreiben…“ Er reichte dem Schüler einen mit Schreibmaschine getippten Briefbogen und kramte weiter in dem Papierstapel herum. Pieri las den Brief. Als Pieri mit dem Lesen fertig war, hatte Herr Hegemann das Gutachten noch immer nicht gefunden. Dafür aber ein Foto einer altmodischen Schreibmaschine. „So ähnlich sieht Hemingways Schreibmaschine aus“, sagte der Hausmeister. „Wenn ich nur wüsste, wo das Gutachten hingekommen ist.
 
„Sparen Sie sich die Mühe“, empfahl Pieri. „Ich muss das Gutachten gar nicht sehen, um mir sicher zu sein, dass die Schreibmaschine nicht die von Hemingway sein kann.“ Er erklärte dem Hausmeister, warum er sich dessen so sicher war. Herr Hegemann war zunächst sichtlich enttäuscht. Doch er fing sich schnell wieder. „Da hast du mich wieder einmal vor einem Fehlkauf bewahrt, Pieri“, sagte er dankbar. „Ich sollte wirklich nichts mehr kaufen, ohne dich vorher um Rat zu fragen. Dir entgeht wohl kein Betrugsversuch.“ „Dafür sind Schuldetektive da“, grinste Pieri. Und Herr Hegemann spendierte ihm zur Feier des Tages noch eine zweite Dose Zitsch.
Die Auflösung findest du, wenn du auf dieser Seite weiter herunter scrollst.
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Frau Sommer behauptete, sie habe den Brief auf der Schreibmaschine von Hemingway getippt. Ernest Hemingway schrieb als Amerikaner seine Bücher natürlich auf Englisch.
Im Englischen gibt es aber keine Umlaute (ä, ö, ü) und kein „ß“, so dass englische und amerikanische Schreibmaschinen gar keine Tasten für diese Buchstaben besitzen. Das
kann man auch auf dem Foto sehen, das Herr Hegemann Pieri zeigt. Bei der angebotenen Schreibmaschine musste es sich also um ein deutsches Modell handeln.

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