Willkommen im Detektivbüro XY!

Wie schön, dass Ihr vorbeischaut – Lisa und Pieri, die beiden Detektivfreunde, erwarten Euch auf diesen Seiten! Hier erfahrt Ihr einiges Wissenswertes über die Arbeit des Detektivbüros XY. Lisa und Pieri geben Euch aber auch wertvolle Tipps, wie Ihr selbst zu richtigen Spürnasen werden könnt.
Damit Ihr diesen detektivischen Spürsinn auch trainieren könnt, findet Ihr hier regelmäßig Rätselaufgaben und Knobeleien. Wenn Ihr zum Beispiel oben auf die Webcam klickt, könnt Ihr schauen, ob Euren Detektiv-Augen auch nichts entgeht … Denn denkt daran, einem guten Detektiv entgeht auch nicht das kleinste Detail!

Also, viel Spaß hier im Detektivbüro XY und viel Erfolg beim Lösen kniffliger Rätselfälle!

Das Rätsel der Woche

Ist das Bild echt?

Am Donnerstagnachmittag holte Pieri Lisa zu Hause ab. Die
beiden Detektive hatten sich mit einigen Freunden zu
einem Besuch in Onkel Josis Eisbude verabredet. Als Lisa
aus der Tür trat, hatte sie ihren Schulrucksack aufgesetzt.
„Was willst du denn mit deinen Schulsachen?“, fragte
Pieri erstaunt. „Du willst doch nicht etwa während des Eisessens
Hausaufgaben machen?“
„Nein, ganz so fleißig bin ich dann doch nicht“, lachte
Lisa. „Ich habe unserer Mathelehrerin Frau Mittermeier versprochen,
die Hausaufgaben bei Jasmin vorbeizubringen.
Die ist nämlich krank. Du hast doch nichts gegen einen kleinen
Umweg?“
 
Pieri hatte natürlich nichts dagegen. Bis zu ihrer Verabredung
hatten sie noch Zeit genug.
Lisa radelte voran und Pieri folgte ihr. Nach zehn Minuten
bogen sie in die Kastanienallee ein. Hier stand eine
Reihe von Villen, die durch hohe Hecken oder Mauern vor
neugierigen Blicken geschützt waren. Lisa las aufmerksam
die Hausnummern an den Toren. Vor einem schmiedeeisernen
Tor mit der Nummer 12 hielt sie schließlich an.
„Hier muss es sein“, sagte sie und stieg vom Rad.
Sie fand einen Klingelknopf und läutete. Wenig später
schwang das Tor wie von unsichtbarer Hand bewegt auf. Lisa
und Pieri schoben ihre Räder einen geschwungenen Weg hi-
nauf, der sie durch ein kleines Wäldchen führte. Als sie die andere
Seite erreichten, blieben sie überrascht stehen.
„Wow!“, sagte Pieri beeindruckt. „Das ist ja ein echtes
Schloss. Ich hatte keine Ahnung, dass Jasmin in so einem
vornehmen Schuppen wohnt.“ 
„Tut sie eigentlich auch nicht“, erklärte Lisa. „In der Wohnung
von Jasmin und ihrer Mutter gab es einen Wasserschaden.
Deshalb wohnen sie vorübergehend bei einem
Verwandten, dem Baron von Siebenstein.“
„Wenn ich Verwandte mit einem solchen Haus hätte,
würde ich da auch einziehen“, lachte Pieri und setzte sich
wieder in Bewegung.
 
Als sie das Haus erreichten, wartete Jasmin in der offenen
Eingangstür auf sie. Es schien ihr schon wieder besser
zu gehen. Sie lud Lisa und Pieri ein, ins Haus zu kommen.
„Wir haben nicht viel Zeit, weil wir noch verabredet sind“,
erklärte Lisa. „Aber für einen kurzen Moment kommen wir
gern herein.“ Jasmin führte die beiden in die Küche. „Ich hätte euch
gern das Haus gezeigt“, sagte sie, „aber Onkel Wilhelm hat gerade
Besuch, und da sollten wir lieber nicht im Weg sein.
Möchtet ihr eine Zitsch?“ Pieri und Lisa nickten und Jasmin
stellte jedem der beiden eine Flasche Orangenlimonade hin.
Lisa wollte Jasmin gerade die Hausaufgaben erklären,
als sie eine seltsam schnarrende Stimme hörten.
„Also, Herr Baron, das ist wirklich eine ganz besondere
Ausnahme, dass ich Ihnen das Bild zur Probe da lasse. Morgen
muss ich es wieder haben, falls Sie sich nicht entscheiden,
es zu nehmen.“
 
„Das ist Herr Frey. Der ist Kunsthändler und die neueste
Entdeckung meines Onkels“, flüsterte Jasmin den beiden
anderen Kindern zu.
Jetzt ertönte eine tiefe Bassstimme, die wohl dem Baron
von Siebenstein gehören musste. „Vielen Dank für Ihr Entgegenkommen.
Ich werde mich bis morgen entscheiden.
Obwohl es mir lieber wäre, ich könnte vorher noch einen
anderen Kunstfachmann nach seinem Urteil fragen.“
„Sie trauen mir wohl nicht?“, schnarrte der Kunsthändler.
Seine Stimme hatte jetzt einen beleidigten Unterton. „Ich
würde Ihnen das Bild gern auch länger überlassen, aber ich
habe einen anderen Interessenten, der das Bild nur allzu
gern nehmen würde. Wenn Sie glauben, ich wolle Sie über
den Tisch ziehen, sagen Sie es besser gleich. Dann nehme
ich mein Bild wieder mit.“

Der Baron beeilte sich, Herrn Frey zu versichern, dass er
keinerlei Zweifel an dessen Ehrlichkeit hatte. Die Männer
verabschiedeten sich. Dann fiel eine Tür ins Schloss.
Kurze Zeit später trat der Baron in die Küche. „Da bist du ja,
Jasmin“, sagte er erfreut. „Und Besuch hast du auch. Das
trifft sich hervorragend.“ Er drehte sich zu Pieri. „Würdest du
mir freundlicherweise gestatten, euer Gespräch zu stören?“
Er wartete Pieris Antwort gar nicht ab, sondern sagte: „Würdet
ihr mir wohl kurz folgen?“
Die drei Kinder waren so überrumpelt, dass ihnen keine
Antwort einfiel, doch sie folgten dem Baron aus der Küche
in einen großen Raum, der nach der Anzahl der Bücher an
der Wand wohl die Bibliothek des Hauses sein musste.
 
Neben dem Kamin stand das Bild eines fürstlich gekleideten
Mannes. „Was meint ihr, würde dieses Gemälde gut über den
Kamin passen?“, fragte der Baron. Jasmin und Lisa schauten
zwischen Bild und Wand hin und her „Dieses Bild ist etwas
ganz Besonderes“, fuhr der Baron fort. „Es handelt sich um
ein bis vor Kurzem verschollenes Gemälde des Malers Johannes
Heinrich Wilhelm Tischbein. Es stammt aus dem
späten 18. Jahrhundert, und Herr Frey hat es mir zu einem
echten Schnäppchenpreis angeboten.“
Pieri hatte das Gemälde während dieser Erklärung genau
betrachtet.
 
„An Ihrer Stelle“, sagte er höflich zum Baron, „würde ich
das Bild noch nicht einmal zu einem Schnäppchenpreis
kaufen. Auch ohne ein Kunstfachmann zu sein, kann ich Ihnen
nämlich versichern, dass das Bild eine Fälschung ist.
Vielleicht sollten Sie den angeblichen Kunsthändler der
Polizei melden,
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Pieri war aufgefallen, dass der Mann auf dem Bild Klettverschlüsse
an den Schuhen hat. Die gab es im 18. Jahrhundert
noch nicht (sie wurden erst im 20. Jahrhundert erfunden).
Außerdem sieht man im Hintergrund moderne Windräder!
Der Baron informierte die Polizei, die daraufhin den angeblichen
Kunsthändler festnahm und einige weitere gefälschte
Bilder aus seiner Wohnung beschlagnahmte.

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