Willkommen im Detektivbüro XY!

Wie schön, dass Ihr vorbeischaut – Lisa und Pieri, die beiden Detektivfreunde, erwarten Euch auf diesen Seiten! Hier erfahrt Ihr einiges Wissenswertes über die Arbeit des Detektivbüros XY. Lisa und Pieri geben Euch aber auch wertvolle Tipps, wie Ihr selbst zu richtigen Spürnasen werden könnt.
Damit Ihr diesen detektivischen Spürsinn auch trainieren könnt, findet Ihr hier regelmäßig Rätselaufgaben und Knobeleien. Wenn Ihr zum Beispiel oben auf die Webcam klickt, könnt Ihr schauen, ob Euren Detektiv-Augen auch nichts entgeht … Denn denkt daran, einem guten Detektiv entgeht auch nicht das kleinste Detail!

Also, viel Spaß hier im Detektivbüro XY und viel Erfolg beim Lösen kniffliger Rätselfälle!

Das Rätsel der Woche

Der Strassenplan mit Hausnummern

Im Laufe des Schultages hatte Pieri die anderen Mitglieder von ‚Spontano Airport‘ ausfi ndig gemacht und sich für den nächsten Tag mit ihnen zu einer ersten Probe verabredet. Einzig Lasse war ihm nicht über den Weg gelaufen. Lasse, der Geige spielen konnte, dass einem Hören und Sehen verging, gehörte zwar nicht fest zur Band, trat aber gelegentlich mit den anderen auf. Da sie bei der ersten Probe entscheiden wollten, welche Lieder sie als nächstes einstudieren würden, wollten die Bandmitglieder Lasse gern dabei haben. Deshalb rief Pieri ihn nachmittags an. Als sein Freund sich meldete, war seine Stimme fast nicht zu erkennen. „Mensch, Lasse“, rief Pieri in den Hörer, „du klingst ja total verschnupft. Bist du krank?“
 
Nein“, schniefte Lasse. „Aber es ist etwas ganz Schreckliches passiert. Ich weiß gar nicht, was ich tun soll.“ Pieri begriff , dass der begabte Junge geweint haben musste. Nach und nach gelang es ihm, aus Lasse  herauszuholen, was geschehen war. Die Eichendorff schule hatte mit Unterstützung einiger großzügiger Spender vor Jahren eine sehr teure Gagliano-Geige aus dem 18. Jahrhundert gekauft, auf der Lasse spielen durfte. In den Ferien war das Instrument zu einem Geigenbauer gebracht worden, der noch einmal seinen Wert schätzen sollte.
 
Das hatte eine Versicherungsgesellschaft verlangt, bei der die Geige versichert werden sollte. Der Geigenbauer hatte das Instrument am Nachmittag mit einem Boten zu Lasses Haus geschickt. Ausnahmsweisesollte Lasse zu Hause üben können, da die Geige ja nun einige Zeit beim Geigenbauer gewesen war. Normalerweise wurde das teure Stück in einem Klimaschrank in der Schule aufbewahrt. Doch die Geige war nie bei Lasse angekommen. Lasse hatte bei der Botenfirma angerufen, doch die behaupteten steif und fest, die Geige sei wie gewünscht abgeliefert worden.
 
Lasse selbst wohnte im Tulpenweg 9. Seine direkten Nachbarn von links und rechts aus den Hausnummern 7 und 11 hatten nichts von der Lieferung gesehen. Lasse war verzweifelt. „Pass auf, Lasse“, sagte Pieri zu seinem Freund, „wir fahren jetzt zu der Zustellfirma und finden heraus, was passiert ist.“ Er ließ sich von Lasse die Adresse geben und rief sofort Lisa an. Wie erwartet brauchte er keinerlei .berzeugungskünste, um sie zum Mitkommen zu bewegen. Auch wenn sie nie darüber redeten, wusste Pieri, dass Lisa eine Schwäche für den stillen Geiger hatte.
 
 
Zeichnung mit der Strasse und den Hausnummern
 
Als die beiden Detektive bei der Zustellfirma ankamen, wartete Lasse schon auf sie. Die Kinder hatten Glück. Der Bote, der die Geige ausgeliefert hatte, war gerade anwesend. Und er hatte keine Einwände, den Kindern von der Zustellung zu berichten. „Als ich im Tulpenweg ankam, dachte ich zuerst, es sei mein Glückstag“, begann er. „Ich fand nämlich sofort einen Parkplatz und konnte das richtige Haus auf Anhieb entdecken. Dann wäre es allerdings fast doch noch ein Unglückstag für mich geworden. Als ich über die Fahrbahn ging, wurde ich fast von einem Auto überfahren. Ich konnte gerade noch zur Seite springen. 
 
Danach bin ich also zur Hausnummer 9. Ein Mann stand in der Haustür. Er hat den Lieferzettel unterschrieben und das Paket entgegengenommen. Mehr kann ich euch auch nicht erzählen.“ „Können wir den Lieferzettel mal sehen?“, fragte Lisa. Der Bote holte den Zettel aus einem Büro und hielt ihn den Kindern hin. „Die Unterschrift kann man ja gar nicht entziffern“, bemerkte Pieri. „Das ist aber auf keinen Fall die Unterschrift von meinem Vater“, sagte Lasse mit Nachdruck. „Und sonst wohnen keine Männer in unserem Haus.“ Der Bote zuckte bedauernd mit den Schultern.
 
„Ich kann euch auch nicht weiterhelfen. Ich habe meinen Job gemacht, wie es sich gehört. Tut mir leid.“ Ratlos standen die drei Freunde kurze Zeit später wieder bei ihren Rädern. Lasse sah so niedergeschlagen aus, dass Lisa am liebsten angefangen hätte zu weinen. Nur Pieri schien konzentriert nachzudenken. „Ich glaube, ich habe eine Idee“, sagte er schließlich. Er kramte einen Zettel und einen Stift aus seiner Tasche. „Ich war länger nicht mehr bei euch. Kannst du aufzeichnen, wie eure Straße aussieht?“
 
Lasse hatte zwar keine Ahnung, was Pieri mit solch einer Skizze anfangen wollte. Doch er ließ sich Zettel und Stift geben und begann zu zeichnen. Als Pieri die Zeichnung sah, klatschte er begeistert in die Hände. „Hab ich’s mir doch gedacht. Kommt mit. Ich weiß jetzt, wen wir fragen können, wo die Geige geblieben ist.“ 
 
Die Lösung findest du weiter unten  
 

 
 
 
 
 
 
 
 
Der Bote hatte berichtet, dass er die Straße überquert hatte, um das Paket abzuliefern. Da jedoch nur auf der rechten Straßen- Seite (mit den ungeraden Hausnummern) Parkplätze sind, musste er die Geige in einem Haus mit gerader Hausnummer abgegeben haben. Pier und seine Freunde klingelten bei den Bewohnern. Bei dem Haus mit der Nummer 6 hatten Sie Erfolg. Der Bote war versehentlich dort gelandet, weil ein paar Kinder zum Spaß die Hausnummer auf den Kopf gedreht hatten. Der Hausbesitzer war der festen Überzeugung gewesen, die Lieferung sei für ihn, und er hatte das Paket entgegengenommen. Es stand noch umausgepackt in seinem Keller. Alle waren froh, dass sich die Sache so gut aufgeklärt hatte.

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