Willkommen im Detektivbüro XY!

Wie schön, dass Ihr vorbeischaut – Lisa und Pieri, die beiden Detektivfreunde, erwarten Euch auf diesen Seiten! Hier erfahrt Ihr einiges Wissenswertes über die Arbeit des Detektivbüros XY. Lisa und Pieri geben Euch aber auch wertvolle Tipps, wie Ihr selbst zu richtigen Spürnasen werden könnt.
Damit Ihr diesen detektivischen Spürsinn auch trainieren könnt, findet Ihr hier regelmäßig Rätselaufgaben und Knobeleien. Wenn Ihr zum Beispiel oben auf die Webcam klickt, könnt Ihr schauen, ob Euren Detektiv-Augen auch nichts entgeht … Denn denkt daran, einem guten Detektiv entgeht auch nicht das kleinste Detail!

Also, viel Spaß hier im Detektivbüro XY und viel Erfolg beim Lösen kniffliger Rätselfälle!

Das Rätsel der Woche

Lisas Klassenkameradin Jasmin war endlich wieder ganz
gesund und zurück in der Schule. Gleich am ersten Tag ihrer
Rückkehr hatte sie eine Nachricht für Lisa und Pieri. Baron
von Siebenstein und seine Frau waren so dankbar, dass die
Detektive sie vor dem Kauf des gefälschten Bildes bewahrt
hatten, dass sie die beiden als Dankeschön zu sich zum Kuchenessen
einladen wollten.
Lisa und Pieri nahmen die Einladung gern an. Am verabredeten
Nachmittag fuhren sie erneut zur Villa in der Kastanienallee.
Das Ehepaar von Siebenstein begrüßte die beiden
Detektive überschwänglich. Die Baronin führte sie in
den Garten, wo eine reich gedeckte Kaffeetafel aufgebaut
war. In der Mitte des Tisches standen drei riesige Torten umgeben
von Tellern mit Keksen, Windbeuteln, Muffins und
Pralinen.
„Ich hoffe, ihr findet etwas, das ihr mögt“, zwitscherte
Frau von Siebenstein mit ihrer hohen Stimme.
„Wie viele Leute haben Sie denn noch eingeladen?“,
fragte Pieri, der mit großen Augen auf all die Leckereien
starrte. „Nur euch und Jasmin“, antwortete die Baronin.
„Wenn wir von allem nur ein Stückchen probieren, können
wir anschließend nach Hause rollen. Ganz ohne unsere
Räder“, platzte Lisa heraus. Frau Siebenstein lachte.
 
„Du hast wahrscheinlich recht“, stimmte sie zu. „Ich
konnte mich nicht entscheiden, was euch wohl am besten
schmecken würde. In meinem Eifer habe ich dann einfach
alles von der Konditorei liefern lassen, was mir einfiel.“
Nun stieß auch Jasmin zu der Gruppe im Garten. Der Baron
selbst war nach der Begrü.ung noch einmal im Haus
verschwunden, weil er etwas vergessen hatte. Einige Minuten
später kam er, und das Kaffeetrinken konnte beginnen.
Jasmin schien ihren Verwandten viel von Lisa und Pieri
erzählt zu haben. Frau von Siebenstein befragte die beiden
ausgiebig zu verschiedenen Fällen, die sie in der Vergangenheit
gelöst hatten. Der Baron hingegen schien an diesem
Nachmittag mit seinen Gedanken nicht ganz bei der
Sache zu sein. Immer wieder blickte er zur Villa, als erwartete
er noch jemanden.
 
Als die Kinder so viel gegessen hatten, dass sie wirklich
keinen Krümel mehr verdrücken konnten, versuchte Lisa,
sich höflich zu verabschieden. Das schreckte den Baron aus
seinen Gedanken auf.
„Ihr wollt doch nicht etwa schon gehen?“, dröhnte er. „Ich
wollte doch noch so viel über euer Detektivbüro hören.“
Nach seiner Frau begann nun auch er, Lisa und Pieri Fragen
zu ihrem Hobby zu stellen. Besonderes Interesse schien er
daran zu haben, dass die Kinder so ein hohes Ansehen bei
der Polizei besaßen.
Lisa, die noch einen Haufen Hausaufgaben zu erledigen
hatte, versuchte noch einige Male aufzubrechen. Doch jedes
Mal hielt der Baron sie mit einer Frage auf. Sie hatte
schon fast die Hoffnung aufgegeben, dass sie in absehbarer
Zeit davonkommen würde, ohne unhöflich zu erscheinen,
als eine weitere Frage des Barons durch ein lautes Klirren
unterbrochen wurde. Es klang, als seien in der Villa hundert
Gläser auf einmal zu Bruch gegangen.
Alle sprangen erschrocken auf. Jasmin reagierte am
schnellsten und rannte über den Rasen zum Haus. Pieri, Lisa
und das Ehepaar von Siebenstein folgten ihr. Jasmin eilte
über die Terrasse zu einer offenstehenden Tür.

Kaum hatte sie den dahinter liegenden Raum betreten,
blieb sie so abrupt stehen, dass Pieri sie beinahe umgerannt
hätte. Der gesamte Boden des Zimmers war mit Scherben
bedeckt. „Oh nein!“, jammerte Frau von Siebenstein, die an
den Kindern vorbei in den Raum sah. „Der wertvolle Kronleuchter!
Er muss von der Decke gestürzt sein. Wie furchtbar!“
Ihr Mann versuchte, sie zu beruhigen. „Mach dir keine
Sorgen, Margarete. Der Kronleuchter war versichert. Die
Kinder können ja bestätigen, dass wir zur Zeit des Unfalls
mit ihnen im Garten waren.“
„Natürlich können wir das!“, pflichtete Pieri ihm bei. „Wir
können auch gleich ein paar Fotos für die Versicherung machen,
wenn Sie möchten.“
Der Baron stimmte dem Vorschlag zu. Lisa holte ihr Fotohandy
aus dem Rucksack, den sie am Gartentisch stehen
gelassen hatte, und machte sich ans Fotografieren. Dann
stutzte sie. So unauffällig sie konnte, zog sie Pieri zur Seite
und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Mit offenem Mund starrte
Pieri auf das Display des Handys, das Lisa ihm hinhielt.
Dem Baron entging Pieris erstaunter Blick nicht. „Stimmt
etwas nicht?“, fragte er.
 
Lisa schluckte. Ihr war anzusehen, dass sie sich nicht
wohl in ihrer Haut fühlte. „Ich hoff e, Sie verzeihen meine Direktheit“,
begann sie. „Aber ich denke, Sie sollten die Versicherung
nicht informieren, sondern den Schaden lieber
selbst bezahlen. Es sieht nämlich ganz danach aus, als hätten
Sie da vielleicht selbst …“
Bei diesen Worten erbleichte der Baron. „Du hast wohl
recht“, sagte er nach einer Weile, die Lisa wie eine Ewigkeit
vorkam. „Aber woher wusstest du …?“
Mit wenigen Worten erklärte Lisa ihren Verdacht. Dem
Gesicht des Barons war anzusehen, dass sie ins Schwarze
getroffen hatte. Als Lisa und Pieri sich später auf ihre Räder
schwangen, um den Heimweg anzutreten, ließen sie ihn
sichtlich zerknirscht zurück.
 
Auflösung weiter unten
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 Lisa hatte gesehen, dass das Seil, an dem der Kronleuchter
aufgehängt war, nicht von alleine gerissen, sondern angeschnitten
worden war. Das hatte der Baron getan, als er
noch einmal ins Haus zurückgekehrt war. Lisa und Pieri sollten
bestätigen, dass niemand in der Nähe des Leuchters gewesen
war, als dieser herabstürzte. Dass der Baron Tisch
und Stühle zur Seite gerückt hatte, damit diese nicht getroffen
würden, hatte Lisa in ihrem Verdacht bestärkt.
 
 

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